Einführung

Die Geschichte der Druckgrafik war stets geprägt von erfinderischen Menschen, die immer neue Techniken, Werkzeuge und Materialien ausprobierten, um ihre Bildidee druck- und reproduzierbar zu machen.

Daraus entwickelte die Druckgrafik eine ganz eigene künstlerische Ausdruckskraft.
Dieser besondere Reiz einer gedruckten Grafik fasziniert auch heute noch Künstler, Sammler und Betrachter.

 

Bei meiner Arbeit verwende ich traditionelle und experimentelle Radiertechniken.
Teils werden auch radierte Plexiglasplatten, Netze, Papierobjekte o.ä. Materialien integriert.
So entstehen "3d-Grafiken" mit mehreren Ebenen oder Kombinationen aus Grafik plus Skulptur.

Traditionelle Radierung

Beim Tiefdruck (Radierung) wird die Metallplatte mit Werkzeugen oder Säure bearbeitet. Dabei wird Material abgetragen. Das vorher glatte Metall erhält somit eine spürbare Oberflächenstruktur mit tieferliegenden Stellen, die der Druckfarbe Halt bieten. In der Druckpresse wird das Papier in diese eingefärbten Vertiefungen gepresst, und die Papieroberfläche gleichzeitig geprägt.

Strichätzung
Die Metallplatte wird mit einer säurefesten Schicht (Ätzgrund) überzogen. In diese harte Schicht wird die Zeichnung mit einer Radiernadel eingeritzt. Die Platte wird ins Säurebad gelegt (z.B. Salpetersäure od. Eisen III- Chlorid). An den freigelegten Stellen kann die Säure das Metall anätzen. Je länger die Ätzzeit, desto größer die Vertiefung und dunkler wird der Strich.

 

Aquatinta

Die Platte wird mit einer Staubschicht (Kolophonium- od. Aspaltstaub) bedeckt. Die feinen Staubkörnchen werden festgebrannt und sind säurefest. Beim Ätzen wird so eine Punktrasterung der Metallfläche erreicht. Stufenweises Abdecken und Ätzen ergibt Grauflächen. Je länger die Ätzzeit - desto tiefer die Punkte - desto dunkler die Fläche.

 

 

 

Kaltnadelradierung

Die Zeichnung wird - ohne Säure - mit der Nadel direkt in die Platte geritzt. Das Metall wird verdrängt und bildet Grate neben der Linie. Die Vertiefungen werden eingefärbt. Die Grate halten die Druckfarbe zusätzlich fest und ergeben so im Druck eine Linie mit dem typisch samtenem Charakter. Der Begriff "Kalt" bedeutet, dass ohne Säureeinsatz gearbeitet wird (bei der Ätzung entstünde Wärme durch chem. Reaktion)



 

Vernis mou (Weichgrund)
Die Platte wird mit einem säurefesten Ätzgrund beschichtet, der weich und klebrig ist (Weichgrund). Auf die Platte wird ein dünnes Papier gelegt und darauf gezeichnet. Beim Abheben des Papiers bleibt an den bezeichneten Stellen der Ätzgrund an der Unterseite des Papiers haften und legt so das Metall zur Ätzung frei. Jetzt kommt die Platte ins Säurebad. Die fertige Grafik hat den Charakter einer Bleistiftzeichnung.

 

 

 

 

Mezzotinto 

Die Platte wird ganz oder partiell mit einem Wiegemesser systematisch aufgerauht. Sie erhält dadurch ein sehr feine Körnung (Punktraster). Mit Schaber und Poliereisen werden nun die Helligkeiten herausgearbeitet, indem die Plattenoberfläche wieder teilweise geglättet wird. Je glatter, desto weniger Farbe kann beim späteren Einfärben haften bleiben. Es kann so ein sehr halbtonreiches Bild und ein besonders tiefes Schwarz erzielt werden. Die Technik ist sehr aufwändig und wird nur noch wenig angewandt.

Farbradierung

Bei der klassischen Form der Farbradierung wird je Farbe eine eigene Platte erstellt. Diese werden passgenau übereinander aufs Papier gedruckt. Dies erfordert sorgfältige Planung und Beachtung der additiven Farbwirkung. Bei räumlich getrennten Farbbereichen kann eine Platte ggf. auch verschiedene Farben tragen. Bei überlappenden Bereichen vermischen sích allerdings die Farben schon auf der Platte - es entstehen Monotypien.

 

 

 

 

 

Weitere Techniken

  • Aussprengtechnik
  • Pinselätzung
  • Carborundum-Radierung
  • Tiefätzung
  • Experimentelle Techniken
  • Prägeradierung
  • Fotoradierung

 

 

Alle Techniken können miteinander kombiniert werden. z.B.: Radierung für die Linienzeichnung + Aquatinta für die Flächen